deals72

Wenn das Unternehmen nervt: So kündigen Sie Ihren Online-Vertrag ohne Probleme
deals72
Immer mehr Verträge werden online abgeschlossen. Doch wenn Kunden einen lästigen Vertrag wieder loswerden wollen, stoßen sie oft auf Stolperfallen im Kleingedruckten. Worauf Sie bei Online-Kündigungen achten müssen, damit Sie rechtlich immer auf der sicheren Seite sind.

Wie ist eine Kündigung rechtlich geregelt?
Unternehmen dürfen in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) individuell festlegen, wie ein Vertrag zu kündigen ist. „Dabei dürfen sie aber nicht gegen gesetzliche Regelungen verstoßen“, erläutert Bernd Storm van’s Gravesande vom Kündigungsdienst aboalarm. Laut Gesetzt dürfen zum Beispiel Miet- und Arbeitsverträge nur schriftlich und mit eigenhändiger Unterschrift gekündigt werden. Zwar können Verträge für Handy oder Versicherung heute oftmals online abgeschlossen werden. Doch bei den wenigsten Anbietern ist auch die Kündigung per E-Mail möglich.

Was ist der Unterschied zwischen Textform und Schriftform?
In punkto Kündigung findet man im Kleingedruckten zumeist zwei Varianten: Gibt es dort einen Hinweis auf „Textform“, können Sie problemlos per E-Mail kündigen. Wird hingegen die "Schriftform" verlangt, müssen Sie Ihre Kündigung eigenhändig unterschreiben. Deren Versand ist dann in der Regel nur per Brief oder Fax möglich. Praktische Variante: Sie speichern das Kündigungsschreiben mit Unterschrift als pdf-Datei ab und versenden es per E-Mail.

Was ist bei der Kündigung per E-Mail zu beachten?
Gibt es keine Ausnahmen im Kleingedruckten, können Sie Ihre schriftliche Kündigung auch durch eine Kündigung per E-Mail ersetzen. Hier gibt es allerdings eine Einschränkung: „Sie müssen eine Signatur hinzufügen, die die Anforderungen des Signaturgesetzes erfüllt“, weiß Storm van’s Gravesande. „Der Kunde muss sich bei einem Zertifizierungsdienst anmelden, der qualifizierte Zertifikate ausstellen darf.“ Wegen dieser Prozedur ist es zumeist einfacher, wenn Sie Ihren Vertrag per Brief kündigen.

Wann ist die E-Mail-Kündigung erlaubt?
In einigen Gerichtsurteilen wurde entschieden, dass eine Kündigung per E-Mail nicht ausgeschlossen werden darf, wenn auch der Vertragsabschluss per E-Mail erfolgte. Ein Anbieter darf also dafür nicht die "Schriftform" verlangen, wenn er vorher den Vertrag online abgeschlossen hat und die gesamte Vertragsabwicklung in "Textform" erfolgte. Die Richter sehen in einem solchen Ausschluss eine unangemessene Benachteiligung des Kunden. „Solche Urteile besitzen aber noch keine Allgemeingültigkeit“, sagt Storm van’s Gravesande. Das bedeutet: Der Kunde könnte bei einer E-Mail-Kündigung trotzdem abgemahnt oder sogar verklagt werden.

Welche Tricks gibt es bei Dating-Portalen?
Viele Online-Kontaktbörsen wollen eine Kündigung erschweren und lassen Sie nur per Brief zu. Manchmal wird sogar der Versand per Fax aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen. Ein solches Vorgehen ist aber rechtlich nicht zulässig. Manchmal ist zwar laut AGB die Kündigung per E-Mail möglich, technisch aber nicht durchführbar, weil es keine E-Mail-Adresse gibt. „Der Kunde ist jedoch verpflichtet, einen Kündigungsnachweis vorzulegen“, weiß Storm van’s Gravesande. Das ist allerdings oft nicht möglich, wenn die Kündigung über ein Absendeformular verschickt wurde.

Was sind die Fallen der Handytarif-Anbieter?
Manche Telefongesellschaften bieten die Möglichkeit, eine Kündigung online vorzumerken. Damit sie gültig wird, muss der Kunde innerhalb einer Frist bei der Hotline anrufen. Oft ist das mit Wartezeiten von 15 bis 20 Minuten verbunden. Auf solche teuren Spielchen sollten sich Kunden nicht einlassen. „Die Kündigung per Brief oder Fax ist dann immer der bessere Weg“, rät Storm van’s Gravesande.
?

Impressum · Datenschutz · Kontakt
Jede Woche stellen wir Ihnen ausgewählte Vorteilsangebote vor. Bleiben Sie dran, denn mit uns erhalten Sie Zugriff auf außergewöhnliche Angebote und clevere Experten-Tipps.